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Das Nagelproblem

Durch mechanische Reizung wie bei einem Fremdkörper entstehen nicht nur Schmerzen, sondern auch Entzündungen und Gewebewucherung (Granulationsgewebe). Falls podologischen Maßnahmen erfolglos bleiben, sollte ein ambulanter chirurgischer Eingriff in örtlicher Betäubung erwogen werden. Auch bei Vorhandensein eines Nagelpilzes ist eine Laserung möglich.

Methodenvergleich
 
OP- Schnitt nach Emmert
  • 2 bis 3-tägige Verbandwechsel

  • frühzeitige Eckfadenentfernung empfehlenswert

  • Fuß ist erst nach 3 Wochen gebrauchsfähig

  • post OP Behandlung und AU  ca. 3 Wochen

  • Hochlagerung für 3 Tagen

  • Verletzungen am Knochen möglich

  • da Frauen in Gegensatz zu Männern das kosmetische Ergebnis eher nicht  akzeptieren, sollen sie auf die " ästhetische Beeinträchtigung" und Nagelverschmälerung hingewiesen werden

(Prof. Stube - 1990-Zeitschr.: Traumatologie u. Orthopädie)

  • Die Emmertplastik mit ihrer invasiven Keilresektion führt immer zu einer Bakteriaemi mit hohen Risiken

OP mit Lasermethode
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  • Keine Verbandwechsel, Pflasterwechsel tgl. reicht

  • Keine Fäden

  • Laufen sofort möglich ohne Gehhilfen - raschere Belastbarkeit

  • Nur Pflasterwechsel, AU 1-3 Tage

  • Hochlagerung nicht erforderlich

  • Keine Verletzungen von Haut und Knochen

  • Gutes kosmetisches Ergebnis

(Dres. Wobig, Mai, Seita, 10/2020)

Unsere Lasermethode

vorher nachher Bild eingewachsener Zehennagel

 
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Bei diesem Eingriff werden nur die Nagelwurzelzellen (Matrix) gezielt mit einem Laserstrahl verödet, sodass der Nagel seitlich nicht mehr nachwächst. Es entsteht nur eine kleine Wundhöhle die rasch aus der tiefe zuwächst. Das umgebende Gewebe und die Haut werden geschont. Mit dem Laser kann berührungsfrei, sehr fein und vor allem zielgenau gearbeitet werden. 

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Die Betäubung

Die örtliche Betäubung wird in der Haut des Zehenansatzes eingebracht und hält 4-8 Stunden an.

Die Nachbehandlung

Am Tag der Laser-OP erhalten Sie ein individuelles Nachbehandlungskonzept. Sie benötigen demnach keinen Termin zur Nachbehandlung. Gerne können Sie uns bei Fragen zur Nachbehandlung per Email kontaktieren oder Sie wenden sich an Ihren Hausarzt.

Organisatorischer Ablauf
  • Kontaktaufnahme: Anfragen per Telefon und/oder Kontakftformular der Homepage

  • Übersendung Foto vom Zeh, unsere ärztliche Einschätzung

  • dann Übersendung Infos und Unterlagen, Terminvergabe

  • Vorstellungstermin: Überprüfung der Indikation, auf Wunsch gleich OP

  • Ausführliches Beratungsgespräch

  • Örtliche Betäubung, oder selten Voll-Narkose

  • Zeitbedarf ca. 1 Std. vom Eintreffen bis Entlassung

  • Heimfahrt im Auto als Beifahrer oder Tram/Bus selbstständig

  • Alternativ: Übernachtung im Hotel Amadeus, 50 m entfernt

  • Nachbehandlung: Pflaster, Desinfektion, Jodsalbe, weite Schuhe, kein Sport, Schwimmbad und Sauna für 14 Tage

Kostenübernahme

Unser Lasereingriff ist nicht im Erstattungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse abgebildet und stellt daher eine Selbstzahlerleistung dar. Die Rechnungslegung erfolgt über die aktuelle GOÄ von 1996.

Laser-OP vs. Emmert Plastik

Der Vorteil der laserassistierten Abtragung des nagelbildenden Gewebes (Nagelmatrix) ist der, dass alle Maßnahmen unter Sicht mit einer vergrößernden Brille durchgeführt werden. Im Gegensatz zu der Emmert-Operation, die praktisch blind das Gewebe ausschneidet, ohne Sichtkontakt zur Matrix.
Bei beiden Methoden müssen aber erhaltenswerte Strukturen geschützt werden. Das sind vor allem die Strecksehne des Großzehenendgelenkes, welche praktisch übergangsfrei in die Zellen der Nagelmatrix ausstrahlt. Darunter liegen noch die Fasern der Endgelenkskapsel, je nach individueller Anatomie variabel lokalisiert, die aber auch geschützt werden müssen.


Die o.g. Umstände bedingen aber, dass ein zu radikales Vorgehen vermieden werden muss, welches unabhängig von der Methode eine geringe Rezidivgefahr beinhaltet, das heißt, dass Wiederauftreten einer Keratinneubildung z. B. eines kleinen Nagelspornes aus der Ecke, der meist nicht stört aber leicht mit einer Nagelschere abgetragen werden kann.


Der Vorteil des laserassistierten Eingriffs mit Sicht auf das Zielgewebe ist gegenüber der Emmert-Operation, dass die wertvolle Knochenhaut und der darunterliegende Knochen geschützt werden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass auch auf den Hautschnitt oberhalb der Nagelwurzel komplett verzichtet werden kann, welches die Abheilung deutlich begünstigt. Es bildet sich naturgemäß darunter im Bereich der entfernten Nagelwurzel eine Höhle, die langsam aus der Tiefe zuheilen muss. Dadurch kommt es meist über wenige Wochen zu einer Wundwassersekretion, die aber erwünscht ist.


Heilungsvorgänge der Nagelwurzel beim erwachsenen Menschen, eigentlich bei allen Geweben, muss man mit 6 Wochen kalkulieren -bei Kindern geht es oft schneller. Das bedeutet, dass der Bereich der ehemaligen Nagelwurzel für einige Wochen eine gewisse Druckempfindlichkeit aufweist, die aber beim Gehen und bei Belastung nicht einschränkt. Auch wird dann längere Zeit nach dem Stehen oder dem Laufen eine gewisse dunkelrote Verfärbung der Haut beobachtet. Das sind aber normale Heilungsvorgänge und nicht beunruhigend.
In seltenen Fällen, vor allem bei stark vorausgegangen entzündeten Nagelwall und Vereiterung, können auch stärkere Entzündungen in der Heilungsphase auftreten, die unter Umständen auch eine Antibiose nach Absprache mit dem Hausarzt erforderlich machen. Das kommt aber zum Glück nur selten vor. Entscheidend war auf jeden Fall die Entfernung des eingewachsenen Nagelrandes, der als Fremdkörper in jedem Falle das Heilen der Entzündung verhindern würde.